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Was schafft der geübte Heimwerker bei Neubau und Renovierung?

Von der Kellersohle bis zum Dach ein Haus erbauen oder einen Altbau renovieren – schafft das ein einzelner Heimwerker, sofern er viel Erfahrung auf dem Bau hat? Die Antwort lautet „jein“. Wer selbst Bauhandwerker ist, also Dachdecker oder Installateur, wird vieles im Alleingang schaffen – aber eben nicht alles. Wer selbst „nur“ routinierter Heimwerker ist, tut gut daran, sich nicht zu überschätzen. Generell stehen hunderttausende Häuser in Deutschland, die komplett oder fast komplett in Eigenleistung erbaut worden sind – sogar mit staatlicher Förderung. Es handelt sich dabei um die Häuser, die die Flüchtlinge nach 1948 als sogenannte Siedlungshäuser gebaut haben. Solch eine Siedlung bestand dann aus 25 oder 50 Häusern und jeder Siedler musste vom ersten bis zum letzten Haus seine Arbeitsleistung zur Verfügung stellen.

Ähnlich geht es auch heute noch im ländlichen Raum zu. Da helfen sich die Männer von der Freiwilligen Feuerwehr, vom Fußballclub oder vom Schützenverein gegenseitig, zumal unter all den Männern immer Handwerker aus dem einen oder anderen Gewerk zu finden sind. Ohne Bauzeichnungen, Statik und Baugenehmigung geht natürlich gar nichts. Ist das geregelt, kann es mit dem Erdaushub losgehen. Eine Baugrube ausheben für ein Einfamilienhaus mit Keller schafft natürlich auch ein einzelner. Der braucht aber einen Monat und mehr für das, was ein Bagger in zwei Tagen aushebt. Zwei Tage in Einzelleistung hingegen reichen aus, wenn das Haus nicht unterkellert wird und nur ein Graben für die Ringfundamente ausgehoben werden muss. Für die Verschalung des Grabens braucht man eine weitere helfende Hand – in weiteren zwei Tagen ist auch das geschafft.

Der Erdaushub muss natürlich abgefahren werden, also ist der Selbermacher doch auf einen Tiefbauunternehmer angewiesen. Und den Beton für die Bodenplatte wird er auch nicht selbst mischen wollen, sondern sich anfahren lassen. Das eigentliche Aufmauern der Kellerwände bzw. der Außenwände geht fast im Alleingang, denn Industrie und Fachhandel stellen Systeme zur Verfügung, die leicht zu verarbeiten sind. Es handelt sich dabei um die ebenso leichte wie großformatige Porenbetonsteine, die nicht im Mörtelbett verlegt, sondern geklebt werden. Ebenso wie die Hohlkammer-Ziegelsteine, deren Hohlräume inzwischen wärmegedämmt sind, weisen sie Nut und Feder auf und lassen sich so bequem aneinander setzen. Stürze für Fenster und Türen und Rollladenkästen werden für diese Systeme ebenfalls angeboten.

Die Kelleraußenwände muss der Selbermacher natürlich wärmedämmen und abdichten. Auch hier hat er es gut: Der Fachhandel bietet ihm Systeme der Perimeterdämmung an, auf die er auch zurückgreift, falls er einen Altbau mit feuchten Kellerwänden sanieren will. Trotz dieser Abdichtungssysteme auf Bitumenbasis muss er eine Drainage anlegen, wenn der Boden generell feucht ist oder Sickerwasser bzw. drückendes Wasser die Kellerwände angreifen kann.

Das Hochziehen der Innenwände wird dem Bauherrn keine Probleme bereiten, wenn er erst einmal die Außenwände geschafft hat. Neben Porenbetonsteinen oder Hohlkammerziegeln kann er dabei auch auf großformatige Gipsfaserplatten zurück greifen. Auch den Schornstein kann er eigenhändig anlegen, denn auch dafür gibt es komplette Bausätze. Fließstrich kann er selbst anmischen oder sich auf die Baustelle liefern lassen. Bis dieser ausgehärtet ist, vergehen etwa drei Wochen, in denen sich „Mr. do-it-yourself“ von all den Strapazen ausruhen kann – es sei denn, er hat gleich Estrich-Verlegeplatten eingebaut statt schwimmendem Estrich.

Die Montage von Zargen und Innentüren ist im Alleingang zu schaffen, nicht jedoch der Einbau der Hauseingangstür. Da sollten zwei weitere Helfer mit anpacken. Ohne fremde Hilfe geht es auch nicht beim Einbau von Fertigfenstern. Ebenso wie die Hauseingangstür müssen die Fenster winddicht  eingebaut werden, damit keine Kälte hinein- und keine Wärme heraus strömen kann.

Nun besteht ein Haus ja nicht nur aus Wänden, sondern auch aus Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen und ein Heizkessel mit Warmwasserspeicher muss auch eingebaut werden.  Beides kann sich der Bauherr an die Baustelle liefern lassen. Da stehen sie dann im Keller – und nun? Wenn er nicht selbst Installateur ist und über die entsprechende Erfahrung verfügt, um Leitungen zu verlöten oder zu verpressen, muss dann schon ein Fachhandwerker ran. Die Montage von Elektroleitungen nehmen viele Bauherren selbst vor, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und von Starkstromleitungen, wie man sie für den Elektroherd braucht, sollte der Bauherr die Finger lassen, wenn er selbst kein Elektriker ist. Dass alle Installationsarbeiten von Fachbetrieben abgenommen und bei Gasleitungen Dichtheitsprüfungen vorgenommen werden müssen, wird wohl jedem Bauherrn einleuchten.

Zwischen nackten Wänden will keiner leben, also müssen diese verputzt werden. Die Außenwände natürlich auch, es sei denn, diese werden mit Riemchen verklinkert. Das Verfugen von Riemchen oder Ziegelsteinen ist relativ schnell lernbar. Der Zeitaufwand liegt jedoch im Verhältnis 5:1 im Vergleich zu einem geübten Verfuger. Das Verputzen ist ein Sonderfall. Wer darin keine Übung hat, tut sich erstens schwer und „zaubert“ zweitens ein welliges Ergebnis an die Wand, auf das man keine Tapete kleben möchte.
Ist der Putz gelungen, kommt die Frau des Bauherrn zum Zuge, denn Frauen kleben gern Tapeten.

Der „Tummelplatz“ des Heimwerkers sind Bodenbelagsarbeiten vom Laminat und Fertigparkett bis zur Auslegeware. Bei Bodenkeramik, also beim Verlegen von Bodenfliesen, ist schon mehr Geschick erforderlich, als beim Verlegen von Landhausdielen. Speziell das Verfliesen von Böden mit einem Bodenablauf kann den Heimwerker überfordern, denn die Fliesen müssen mit Gefälle verlegt werden.

Für die Montage von Waschtischen, Urinalen und WC’s sind vier Hände besser, als nur zwei. Denn wie soll man einerseits unter einem Waschtisch liegen und diesen mit der Wandhalterung verschrauben und andererseits diese schwere „Sanitärkeramik“ solange in der Schwebe halten, bis die Schrauben angezogen sind?

Da ein Haus normalerweise eine Zwischendecke hat, tut der Bauherr gut daran, diese nicht selbst aus Beton zu gießen. Es gibt Montage-Elemente, die mit dem Kran eingeschwenkt werden können. Bei Balkendecken, immer noch üblich, sollten zwei bis drei Helfer mit anpacken – und übersehen werden sollte auch nicht, dass unter Balkendecken eine Dampfbremse eingezogen werden muss und über die Balkendecke eine Trittschalldämmung gehört.

Nun ist der Bauherr in einem Bereich angekommen, nämlich dem Dach, wo er entscheiden muss – Schwindelfreiheit vorausgesetzt – ob er selbst eine Aufsparrendämmung anbringt und das Dach auch noch selbst eindeckt. Ist er Zimmermann oder Dachdecker, wird er sich leicht tun und auch ein Wohndachfenster problemlos einbauen. Ist er „nur“ leidenschaftlicher Selbermacher, hat er auf dem Dach nichts zu suchen. Man ist schneller unten als oben!

Ist der Dachstuhl gerichtet und das Dach eingedeckt, kann er das Dachgeschoss problemlos selbst ausbauen. Dämm-Material und Platten, die an die Dachbalken geschraubt werden, sind von verschiedenen Herstellern über den Fachhandel zu beziehen.

Quelle: EUROBAUSTOFF; Foto: Rigips